Viele Menschen, die einen Benzinrasenmäher besitzen, können den Choke nicht wirklich erklären. Man weiß irgendwie, dass man ihn beim Starten irgendwie benutzen soll – aber wann genau, wie lange, und was passiert eigentlich, wenn man es falsch macht? Das bleibt meistens unklar. Und genau diese Unklarheit führt zu einem überraschend häufigen Startproblem.
Was der Choke macht
Der Choke – auf Deutsch manchmal auch „Starterklappe“ oder „Kaltstartvorrichtung“ genannt – ist eine Klappe in der Luftzufuhr des Vergasers. Wenn der Choke geschlossen ist, gelangt weniger Luft in das Kraftstoff-Luft-Gemisch. Das Gemisch wird dadurch fetter – also kraftstoffreicher.
Beim Kaltstart braucht ein Benzinmotor genau das: Ein reicheres Gemisch, weil kaltes Benzin schlechter verdampft und sich schlechter mit Luft mischt. Der Choke kompensiert das, indem er die Luftmenge vorübergehend reduziert.
Sobald der Motor warm ist und normal läuft, muss der Choke geöffnet werden. Ein dauerhaft geschlossener Choke führt zu einem viel zu fetten Gemisch – der Motor läuft schlecht, qualmt, verliert Leistung oder geht aus.
Zu viel Choke – der Motor wird überflutet
Das ist der häufigste Fehler: Man setzt den Choke auf Kaltstart, zieht mehrmals, der Motor springt nicht an. Also nochmal ziehen. Und nochmal. Nach zehn Versuchen ist die Kerze nass, der Zylinder voll mit flüssigem Kraftstoff – der Motor ist überflutet.
Flüssiges Benzin lässt sich nicht zünden. Es muss erst verdampfen. Ein überfluteter Motor springt nicht an, egal wie oft man zieht.
Was hilft: Choke vollständig öffnen, Zündkerze herausnehmen und trocknen, Motor einige Minuten offen stehen lassen. Dann neu starten – ohne Primer, mit offenem Choke.
Zu wenig Choke – der Motor bekommt kein Gemisch
Der umgekehrte Fall ist ebenfalls möglich: Man vergisst den Choke oder stellt ihn falsch ein, der Kaltstart misslingt, weil das Gemisch zu mager ist. Der Motor hustet kurz, fasst aber nicht.
Gerade bei Geräten, die neu sind oder nach langer Pause das erste Mal gestartet werden, muss die Kraftstoffversorgung beim Start aktiv unterstützt werden – durch Choke und oft auch durch den Primer.
Die richtige Startreihenfolge mit Choke
Jeder Mäher ist etwas anders, aber das folgende Muster gilt für die meisten Benzinrasenmäher mit manuellem Choke:
Primer zwei- bis dreimal drücken, um Kraftstoff in den Vergaser zu ziehen. Choke auf Kaltstart-Stellung. Sicherheitsbügel halten. Startseil in einem zügigen, gleichmäßigen Zug ziehen. Bei den ersten Startversuchen Choke auf Kaltstart lassen. Sobald der Motor läuft: Choke langsam in Betriebsstellung bringen – typischerweise nach dreißig Sekunden bis zwei Minuten, sobald der Motor gleichmäßig läuft.
Manche Mäher haben einen automatischen Choke, der sich selbst reguliert. Daran erkennt man ihn: Es gibt keinen manuellen Hebel oder Schieber für die Starterklappe, und der Mäher soll ohne besondere Vorbereitungen einfach gestartet werden.
Was „Choke halb auf“ bedeutet
Bei manchen Mähern gibt es eine Zwischenstellung – halb geöffneter Choke. Das ist keine Verlegenheitslösung, sondern bei einigen Motoren der empfohlene Warmstartzustand. Wer den Mäher kurz nach dem Laufen noch einmal starten muss, braucht oft weniger Choke als beim vollständigen Kaltstart.
Das Handbuch gibt den genauen Empfehlungen für das jeweilige Modell – und dieser kleine Unterschied kann beim Warmstart entscheidend sein. Mehr zu den spezifischen Eigenheiten des Warmstarts findet sich im Artikel Rasenmäher startet nicht wenn warm.
Choke und Primer zusammen
Choke und Primer arbeiten zusammen, können sich aber auch gegenseitig sabotieren. Wer den Primer zu oft drückt und gleichzeitig den Choke auf Kaltstart lässt, überflutet den Motor fast garantiert. Die Faustregel: Primer zwei- bis dreimal, nicht mehr. Danach nicht nochmal primen, auch wenn der Mäher beim ersten Zug nicht anspringt.
Wie der Primer genau funktioniert und welche Rolle er beim Startvorgang spielt, erklärt der Artikel Primer am Rasenmäher – was er macht und wie man ihn richtig benutzt.
