Auf welche Seite darf man einen Rasenmäher kippen – und warum das wichtig ist

Irgendwann kommt der Moment, in dem man unter den Rasenmäher schauen muss – um das Messer zu kontrollieren, einen Fremdkörper zu entfernen oder das Deck zu reinigen. Der Mäher muss auf die Seite. Und genau hier passiert ein Fehler, der häufiger vorkommt als man denkt: Der Mäher wird auf die falsche Seite gelegt, Öl fließt in den Verbrennungsraum, und beim nächsten Startversuch springt er nicht mehr an – oder er qualmt und stottert.

Das ist kein Defekt. Es ist ein vermeidbarer Fehler.

Was passiert, wenn man falsch kippt

In einem Benzinrasenmäher befindet sich Motoröl in der Kurbelwanne – dem untersten Teil des Motors. Solange der Mäher aufrecht steht, bleibt das Öl dort. Wird der Mäher auf die falsche Seite gekippt, kann Öl in Bereiche fließen, die dafür nicht gedacht sind: in den Luftfilter, in den Vergaser oder direkt in den Verbrennungsraum über die Ventile.

Wenn der Mäher dann wieder aufgestellt und gestartet wird, ist die Zündkerze möglicherweise ölverschmiert. Das Öl verbrennt beim ersten Lauf und erzeugt weißen oder blauen Qualm – unschön, aber in der Regel nicht dauerhaft schädlich. Das eigentliche Problem: Die Kerze zündet nicht zuverlässig, der Motor springt nicht an oder läuft sehr unruhig.

Welche Seite ist die richtige?

Die Grundregel lautet: Den Mäher immer so kippen, dass die Zündkerze nach oben zeigt.

Das bedeutet: Zündkerzenposition merken, bevor man kippt. Bei den meisten Rasenmähern sitzt die Kerze seitlich am Motor. Kippt man den Mäher auf die Seite, auf der die Kerze sitzt, zeigt sie nach oben – das ist die sichere Richtung.

Viele Hersteller geben in ihren Handbüchern an, auf welche Seite der Mäher gelegt werden soll. Bei Briggs & Stratton Motoren etwa ist das in der Regel die Seite mit dem Luftfilter nach oben – was identisch damit ist, die Kerze nach oben zu halten.

Was tun, wenn man auf die falsche Seite gekippt hat?

Keine Panik. In den meisten Fällen lässt sich das Problem einfach beheben:

Mäher wieder aufrecht aufstellen und fünf bis zehn Minuten stehen lassen, damit das Öl zurückfließen kann. Zündkerze ausbauen und prüfen – ist sie ölig oder nass, mit einem sauberen Tuch abwischen oder ersetzen. Luftfilter herausnehmen: Ein ölverschmierter Schaumstofffilter lässt sich auswaschen, ein ölgetränkter Papierfilter muss ersetzt werden.

Dann vorsichtig starten. In den ersten Sekunden kann etwas weißer Rauch auftreten – das ist das verbrennende Öl im Zylinder. Nach kurzer Zeit verschwindet er normalerweise.

Wenn der Mäher danach unruhig läuft, öfter startet und ausgeht oder anhaltend qualmt: Zündkerze wechseln.

Kurzpause vor dem Kippen

Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Vor dem Kippen den Kraftstoffhahn schließen, falls vorhanden, und den Mäher kurz laufen lassen, bis er von selbst ausgeht – so ist auch der Vergaser weitgehend leer. Das reduziert zusätzlich das Risiko, dass Benzin ausläuft oder in unerwünschte Bereiche fließt.

Außerdem: Zündkerzenstecker abziehen, bevor man unter das Deck fasst. Das ist der wichtigste Sicherheitsschritt überhaupt – eine unbeabsichtigte Motorbewegung bei angeschlossenem Kabel kann das Messer drehen.

Was für Elektro- und Akkumäher gilt

Für elektrische Rasenmäher und Akkumäher gelten die Ölregeln nicht – sie haben keinen Verbrennungsmotor. Trotzdem sollte man bei Akkumähern darauf achten, dass beim Kippen kein Wasser in den Akku oder die Elektronik eindringt, und den Akku vorher entnehmen, wenn möglich.