Der Mäher springt an – kurzes Aufheulen, der Motor läuft – und dann ist es schon wieder vorbei. Manchmal hält er zwei, drei Sekunden durch, manchmal läuft er sogar kurz auf normaler Drehzahl und stirbt dann ab. Beim nächsten Zugversuch dasselbe Spiel.
Dieses Symptom ist besonders nervenaufreibend, weil es sich fast wie ein funktionierender Mäher anfühlt. Das Gerät ist ja nicht tot – es startet, es läuft kurz. Irgendwo zwischen Start und stabilem Betrieb bricht etwas ein. Und genau dort muss man suchen.
Der Vergaser als häufigste Ursache
Wenn ein Rasenmäher anspringt und sofort wieder ausgeht, ist der Vergaser in den meisten Fällen der Verursacher. Genauer: die Leerlaufdüse oder der Leerlaufkanal.
Beim Startvorgang läuft der Motor kurz auf erhöhter Drehzahl – Kraftstoff wird aus dem Hauptkanal angesaugt, der Motor fängt. Wenn dann die Drehzahl absinkt und auf Leerlauf übergeht, wechselt die Kraftstoffversorgung auf die Leerlaufdüse. Ist diese verstopft oder verharzt, bekommt der Motor in diesem Moment keinen Kraftstoff mehr – und geht aus.
Das erklärt, warum der Mäher bei gesetztem Choke manchmal ein paar Sekunden länger läuft: Der Choke erhöht die Kraftstoffmenge insgesamt und überbrückt die fehlende Leerlaufversorgung kurzfristig. Sobald er geöffnet wird oder der Motor in den Leerlauf wechselt – aus.
Ein verhartzter Vergaser nach langer Standzeit ist die häufigste Variante dieses Problems. Manchmal reicht ein Vergaserreinigersspray, das durch die Ansaugöffnung eingebracht wird. Meistens muss der Vergaser ausgebaut und gereinigt werden – insbesondere die feinen Leerlaufbohrungen, die oft nur mit einem sehr dünnen Draht oder Druckluft wieder freizubekommen sind.
Kraftstoffversorgung bricht ein
Eine weitere Möglichkeit: Der Kraftstoff reicht beim Start, aber die Versorgung bricht unter Last zusammen.
Typische Ursachen dafür sind eine teilweise verstopfte Kraftstoffleitung, ein Benzinhahn der nicht vollständig offen ist, oder ein Tankdeckel dessen Belüftungsbohrung verstopft ist. Letzteres klingt ungewöhnlich, ist aber gar nicht so selten: Wenn im Tank durch ablaufendes Benzin kein Luft nachströmen kann, entsteht ein Unterdruck, der die Kraftstoffzufuhr würgt. Kurzer Test: Tankdeckel öffnen, Motor starten und schauen, ob er dann länger läuft.
Sicherheitsschalter und Motorstoppbügel
Manchmal ist die Ursache deutlich simpler als vermutet. Der Sicherheitsbügel am Griffholm muss beim Betrieb durchgehend gedrückt gehalten werden – lässt man ihn los, trennt ein Schalter die Zündung und der Motor stirbt ab. Wenn der Bügel, das Kabel oder der Schalter defekt sind, kann der Motor auch beim Festhalten des Bügels plötzlich aussetzen, weil das Signal unterbrochen wird.
Das Kabel zwischen Bügel und Motor visuell prüfen: Risse, Knicke, lose Stecker. Manchmal löst sich der Stecker am Schalter durch Vibrationen leicht – das kann intermittierendes Absterben verursachen, ohne dass es auf den ersten Blick erkennbar ist.
Ölstandschalter
Manche Mäher haben einen Schalter, der den Motor abschaltet, wenn der Ölstand zu niedrig ist. Das ist ein Schutzmechanismus, der verhindern soll, dass der Motor ohne ausreichende Schmierung läuft und Schaden nimmt.
Wenn der Ölstand tatsächlich zu niedrig ist, schaltet der Motor zuverlässig ab – manchmal schon kurz nach dem Start, wenn das Öl bei laufendem Motor in Bewegung gerät und der Sensor kurzzeitig keinen ausreichenden Pegel misst. Ölstand prüfen, gegebenenfalls auffüllen, neu versuchen. Mehr dazu, wie dieser Schalter funktioniert und was er genau auslöst, erklärt der Artikel Ölstand beim Rasenmäher prüfen.
Choke falsch eingestellt
Nach dem Start sollte der Choke auf Betriebsstellung gebracht werden – bei den meisten Mähern bedeutet das: Choke öffnen, sobald der Motor warmgelaufen ist. Bleibt der Choke auf Kaltstart, bekommt der Motor dauerhaft ein zu fettes Gemisch. Das kann zu ruckeligem Lauf führen und in manchen Fällen dazu, dass der Motor nach kurzer Zeit abstirbt, weil die Kerze durch das überfette Gemisch versäuft.
Umgekehrt: Bei einem kalten Motor ohne Choke bekommt er zu wenig Kraftstoff für den Start und geht nach kurzem Lauf aus. Choke-Bedienung und Primer-Einsatz beim Kaltstart sitzen bei vielen Hobbyanwendern nicht wirklich sicher – und genau da passieren die meisten dieser Fehler.
Was zuerst prüfen?
Tankdeckel öffnen und erneut starten – wenn der Motor dann länger läuft, ist der Tankdeckel das Problem. Wenn nicht: Ölstand kontrollieren, Sicherheitsbügel und Kabel prüfen, dann Vergaser.
Der Vergaser ist in den meisten Fällen die eigentliche Ursache – aber er ist auch der aufwendigste Schritt. Deshalb lohnt es sich, die einfachen Checks zuerst zu erledigen, bevor man dort anfängt.
