Der Akkumäher steht am Ladegerät, die LED blinkt kurz – oder gar nicht – und am nächsten Tag ist der Akku immer noch leer. Oder das Ladegerät reagiert überhaupt nicht, wenn der Akku eingesteckt wird. Das ist einer jener Momente, bei denen man nicht genau weiß, ob der Akku kaputt ist, das Ladegerät, oder etwas dazwischen.
Die gute Nachricht: Viele dieser Situationen haben eine einfache Ursache. Die schlechtere: Manchmal ist ein Akku tatsächlich am Ende seines Lebens.
Ladegerät als erster Verdächtiger
Bevor man den Akku abschreibt, lohnt sich ein genauer Blick aufs Ladegerät. Steckt es wirklich fest in der Steckdose? Sitzt der Akku korrekt im Ladegerät – vollständig eingerastet, nicht nur halb draufgelegt?
Manche Ladegeräte zeigen mit einer LED an, ob geladen wird (oft rot oder orange) und ob der Ladevorgang abgeschlossen ist (oft grün). Wenn gar keine LED aufleuchtet, ist das Ladegerät möglicherweise defekt oder bekommt keinen Strom.
Kurzer Test: Ein anderes Gerät in dieselbe Steckdose stecken, um sicherzustellen, dass die Steckdose funktioniert. Danach das Ladegerät an einer anderen Steckdose ausprobieren.
Wenn ein Freund oder Nachbar dasselbe Akkusystem hat, lässt sich schnell testen: Lädt der eigene Akku im fremden Ladegerät? Lädt ein fremder Akku im eigenen Ladegerät? So lässt sich Akku und Ladegerät schnell gegeneinander isolieren.
Tiefentladung – wenn der Akku zu weit entladen wurde
Lithium-Ionen-Akkus haben eine Untergrenze. Wird diese unterschritten, schaltet das integrierte Batteriemanagementsystem (BMS) den Akku in einen Schutzschlaf. In diesem Zustand nimmt der Akku beim normalen Laden oft keine Energie an – das Ladegerät erkennt ihn manchmal gar nicht mehr.
Das passiert häufig nach langer Lagerung ohne Nachladung, zum Beispiel über den Winter. Ein Akku, der im Herbst mit 20 Prozent Ladung in den Schuppen gelegt wird, kann im Frühjahr tief entladen sein.
Was manchmal hilft: Den Akku sehr lange am Ladegerät lassen – mehrere Stunden bis über Nacht – ohne Unterbrechung. Manche Ladegeräte haben eine Aufweckfunktion für tiefentladene Akkus und starten einen langsamen Vorladeimpuls, bevor der normale Ladevorgang beginnt. Ob das eigene Ladegerät das kann, steht im Handbuch oder auf der Produktseite des Herstellers.
Kontakte prüfen
An Akku und Ladegerät sitzen Metallkontakte, die sauber und korrosionfrei sein müssen, damit Strom fließen kann. Feuchtigkeit, Schmutz oder leichte Oxidation können verhindern, dass der Kontakt richtig hergestellt wird.
Kontakte an beiden Teilen mit einem trockenen Tuch reinigen, sichtbare Flecken vorsichtig mit einem Radiergummi abreiben und Rückstände entfernen. Keine Sprays, keine Flüssigkeiten.
Akkuzellen am Ende ihrer Lebensdauer
Lithium-Ionen-Akkus haben eine begrenzte Anzahl von Ladezyklen – je nach Qualität und Nutzung zwischen 300 und 800 Vollladungen. Nach dieser Zeit nimmt die Kapazität deutlich ab, bis der Akku irgendwann gar nicht mehr lädt oder so wenig Energie speichert, dass er für den Betrieb nutzlos wird.
Das lässt sich von außen nicht direkt feststellen. Ein Hinweis ist: Der Akku wird beim Laden ungewöhnlich warm, hält die Ladung kaum noch oder fällt unter Last sofort auf null. Das sind typische Zeichen für verschlissene Zellen.
In diesem Fall ist ein Ersatzakku die einzige dauerhafte Lösung. Beim Kauf auf Kompatibilität achten – nicht jeder Akku passt in jedes Gerät, auch nicht innerhalb derselben Marke. Volt-Zahl und Akkusystem müssen übereinstimmen.
Wenn das Ladegerät selbst defekt ist
Ladegeräte sind robuster als Akkus, können aber ebenfalls ausfallen – durch Überspannung, Feuchtigkeit oder einfach durch Verschleiß. Ein defektes Ladegerät zeigt oft keine LED, wird nicht warm beim Laden oder gibt keinen Ladeimpuls ab.
Ersatzladegeräte vom Hersteller sind die sicherste Option. Günstige Fremdladegeräte ohne Kompatibilitätsprüfung können das BMS des Akkus dauerhaft beschädigen oder im schlimmsten Fall Brandgefahr darstellen.
Zusammenhang mit dem Startproblem
Ein Akku, der nicht lädt, ist letztlich auch die Ursache dafür, dass der Mäher nicht startet. Wer den Akkumäher diagnostiziert und nach Startursachen sucht, findet dazu den ergänzenden Artikel Akkumäher startet nicht – der die Seite des Mähers selbst beleuchtet, während dieser Artikel beim Akku und Ladegerät bleibt.
